Der RBSV Selb bereitet seine gemeinsame Zukunft mit der Turnerschaft 1887 Selb vor

Der Reha- und Behinderten-Sportverein Selb e.V. (kurz RBSV Selb) hat die Weichen für die Zukunft gestellt – für eine Zukunft unter dem Dach der Turnerschaft 1887 Selb. Die Voraussetzung dafür ist eine neue Satzung. Diese verab-schiedeten 72 Mitglieder ein-stimmig bei der Jahreshauptver-sammlung in der Gaststätte Blockhütte am 3. Februar 2017.

RBSV und TS Selb - Kooperation

Werner Kraus, derzeit Chef beider Vereine, war mit den Beschlüssen sehr zufrieden, aber auch angesichts des großen Zuspruchs bei der Versammlung. Fast 30 Prozent der 230 Mitglieder waren zur Versammlung gekommen.

 

Bei seinem Heimatverein TS ist Kraus schon froh, wenn fünf Prozent bei diesem Pflichttermin auftauchen. Der war beim RBSV aber auch ein wenig interessanter. Denn mit den Beschlüssen führten die Mitglieder den Verein in ruhigeres Fahrwasser. Im vergangenen Jahr hat er unruhige Zeiten erlebt, nachdem sich kein Nachfolger für den langjährigen Vorsitzenden Klaus Schaller gefunden hatte.

 

Am 30. September wählten die Mitglieder dann Kraus zu dessen Nachfolger. Der trat aber mit der eindeutigen Option an, den RBSV nur dann zu führen, wenn die Mitglieder den Weg in die Turnerschaft mitgehen würden. Bei der Versammlung am 3. Februar wies Werner Kraus darauf hin, dass für den Weg unter das Dach der Turnerschaft keine Bedenken zu erkennen seien: „Es bestehen klar Absprachen in Bezug auf Beiträge, die Teilnahme an Wettkämpfen und den wöchentlichen Trainingsbetrieb“. Den derzeit verantwortlichen Funktionären würde Last von den Schultern genommen. Und die Mitglieder können Synergieeffekte genießen: „Ein Verein mit einer Mitgliederzahl von 1500 hat ein ganz anderes Gewicht als ein Verein mit 200 Mitgliedern – bei Gesprächen mit Kommune oder Verbänden.


Diese Argumentation überzeugte offenbar. Einstimmig fiel nicht nur das Ja zur Satzungsneufassung aus, sondern auch die Wahl des neuen Vorstandes. Für zwei Jahre führt Werner Kraus den Verein. An seiner Seite steht ein neuer zweiter Vorsitzender: Reiner Kirsch ist Nachfolger von Helmut Weber, der nicht mehr kandidierte. Alle anderen Mitarbeiter im Vorstand und Beirat hatten sich wieder zur Wahl gestellt.

 

Schon vor seiner Wahl hatte der Vorsitzende betont: Der RBSV sein „kein normaler Verein wie etwas ein Fußballverein“. Der sei Anlaufstelle für kranke und auch behinderte Menschen. „Unsere Ärzte und hoch qualifizierten Übungsleiter kümmern sich um unsere Mitglieder und Patienten. Und welcher Verein kann sich denn rühmen, zwei hervorragende Internisten in seinen Reihen zu haben“. Wie aktiv die Mitglieder waren und wohl auch weiter sein werden, das dokumentierten die Abteilungsleiter in ihren Berichten.


All diese Informationen brachten Vorsitzenden Werner Kraus zu folgendem Fazit: „Wenn ich Nutzer eines Sportangebotes in irgendeinen Verein wäre, ginge es mir darum, diese Angebote mit gut ausgebildeten Übungsleitern und angenehmen Sportkameraden zu nutzen.

 

Ob die Hülle dann blau oder rosa ist, wäre mir wahrscheinlich ein bisschen egal. Und wenn mir dann dieses Angebot noch zu einem wahnsinnig günstigen Preis geboten wird, ist doch die Welt in Ordnung“.